Wie kann ich Mitgefühl für Pferde wecken und fördern?

Die Empathie oder das Mitgefühl ist eine Konsequenz aus der Evolution. Das heißt, dass jeder Mensch in seiner natürlichen Entwicklung automatisch immer mehr Mitgefühl entwickelt, wenn er uneingeschränkt im Fluss dieser Evolution ist. Voraussetzung ist, dass es keine nennenswerten Störungen in seiner Lebensgeschichte gibt. Störungen können traumatische Erfahrungen sein, wie das Erleben von Gewalt in früher Kindheit, Liebesentzug und fehlendes Feedback im Säuglingsalter, wenn er also nicht von einer liebenden Mutter umsorgt wurde und nicht mehr bekommen hat, als bloße Nahrung und Versorgung. Aber auch Kriegserfahrungen vorheriger Generationen können in einem Menschen nachwirken. Die Wissenschaft spricht inzwischen von bis zu sieben Generationen, in die schlimme Eeignisse hineinwirken. Wenn man bedenkt, dass unsere Eltern und/oder Großeltern einen oder sogar zwei Kriege miterlebt haben, sind wir als direkte Nachkriegsgeneration stark belastet.

Nun wird viel von Mitgefühl für Tiere gesprochen und geschrieben. Wir möchten viele Menschen erreichen, damit sie dieses Gefühl in sich stärken. Manchmal verzweifeln wir und geraten in Wut oder eine Art Ohnmacht, wenn wir sehen, dass es einfach nicht bei allen ankommt. Es hilft aber nicht, über diese Menschen zu urteilen. Damit erreichen wir das Gegenteil von dem, was wir uns wünschen. Es entstehen Fronten, die einander kaum in der Lage sind, zuhören. Dabei wird vergessen, dass wir alle in einem Boot sitzen. Wenn wir uns das immer wieder bewusst machen, einen Schritt zurücktreten und unsere eigenen Gefühle bewusst fühlen, uns fragen, woher sie wirklich kommen, können wir erst wieder klar werden und erkennen, dass es nur im Miteinander weitergeht.

Das Leben hat einen ganz eigenen Drang, sich selbst zu erhalten. Dazu ist bei Menschen und Tieren gleichermaßen das Leben in Gruppen lebens- und überlebenswichtig. Nicht dazuzugehören löst in Mensch und Tier Angst aus. Auch Menschen wollen dazugehören und können diese Angst ablegen, wenn sie sich willkommen geheißen fühlen in einer Gruppe. Ängste binden Energien. Wenn diese losgelassen werden, werden neue Energien frei, die dem Einzelnen, aber auch der Gruppe dienen können. Bei diesem Prozess brauchen Menschen Unterstützung und Geduld von ihrem Mitmenschen. Einladungen, anstelle von Aufforderungen, Angebote anstelle von Vorschriften – das schafft Vertrauen. Mauern, die sich so manch einer um sein Herz gebaut hat, können nur kleiner werden durch das Vertrauen und die Geduld derer, die außerhalt dieser Mauern stehen.

Wenn wir also jemanden erreichen wollen mit unseren Gedanken zu einem empathischeren Umgang mit Pferden, dann geht das nur, indem wir ihn zuerst verstehen in seinem Handeln. Jeder Mensch hat mindestens einen guten Grund, warum er tut, was er tut. Diesen zu erkennen und wertzuschätzen, öffnet die erste Tür zum seinem Herzen. So können wir ihn erreichen. Und erst, wenn wir in aufrichtigem Mitgefühl für ihn sind, können wir eine Beziehung zu ihm aufbauen. Mitgefühl ist nicht zu verwechseln mit Mitleid. Mitgefühl ist neutral und kann in Stille sein. Wir sind einfach präsent für den anderen und absichtslos. Dann kann er die Aufrichtigkeit spüren, mit der wir an ihn herantreten und zuhören. Dann können wir ihn zu alternativen Wegen im Umgang mit seinem Pferd einladen. Wir können auch eine Bitte äußern. Aber erst wenn wir ehrlich bitten, kann der andere uns hören. Jede Forderung führt zu Fronten. Bedenke, dass eine Bitte nur dann eine Bitte ist, wenn du auch für ein Nein offen bist. Ein Nein bedeutet nicht, dass es gegen dich ist, sondern ist auch ein Ja, dass derjenige sich selbst gibt. Das steht ihm zu. In dem Fall dürfen wir seine Bedürfnisse noch tiefer erforschen, und uns Gedanken über andere Lösungswege zu machen. Es gibt immer mehrere Wege zum Ziel. Dafür müssen wir uns öffnen, wenn wir als Gemeinschaft weiterkommen möchten.

In der Reiterwelt scheint es gerade verschiedene Lager zu geben, die sich gegenseitig nicht ausreichend zuhören und nur wenig Mitgefühl für die Bedürfnisse des anderen haben. Es wäre schön, wenn es in Zukunft zu Verbindungen kommt, die auf Mitgefühl, Verständnis und Vertrauen aufbauen. Wir wollen doch alle das Beste für unsere Pferde und auch für uns selbst und wünschen uns einen guten Weg dorthin. Mitgefühl für alle Pferde und Menschen, die wie auch immer mit Pferden umgehen, ist wichtig, damit die Welt der Pferde nachhaltig verändern werden kann.

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